4 Vorrausetzungen, um Geld mit deiner Fotografie zu verdienen

4 Vorrausetzungen, um Geld mit deiner Fotografie zu verdienen

Die meisten Fotografen gelangen irgendwann an einen Punkt, an dem sie sich folgende Frage stellen: „Sollte ich mehr daraus machen, als „bloß“ ein Hobby?“

Diese Frage ist meist gar nicht so leicht zu beantworten. In diesem Beitrag habe ich ein paar Grundvorraussetzungen für dich zusammen geschrieben, die dir hoffentlich helfen werden.


1. Deine Fotos sind gut – in jeder Situation

Beginnen wir gleich einmal mit dem hoffentlich selbstverständlichsten:
Wenn du Geld von jemandem für etwas verlangst, muss deine Arbeit dementsprechend gut sein. Und das nicht nur unter den besten Voraussetzungen!

Schwierige Lichtsituationen, Kunden ohne Posingserfahrung und Stresssituationen sollten deine Ergebnisse nicht wesentlich beeinträchtigen. Du weißt, wie du bei Gegenlicht tolle Ergebnisse erzielst. Du weißt, wie du die Schokoladenseite deines Kunden ins rechte Licht rückst. Und du hast auch unter Stress immer einen Lösungsansatz parat. Die Kameratechnik kennst du sowieso in- und auswendig.

Um so sicher in der Fotografie zu werden hilft nur eins: Üben üben üben! Falls du noch nicht so weit bist, überleg dir also genau, in welchen Bereichen du noch Schwierigkeiten hast und lerne!

Vergiss nie: Dein Kunde bezahlt dich dafür, dass du ihm tolle Bilder lieferst. Sorge also dafür, dass du all das benötigte Wissen hast, um diesen Wunsch deines Kunden zu erfüllen.


2. Du hast kein Problem mit schwierigen Kunden

Mit Kunden zusammen zu arbeiten, die du meistens noch nie zuvor gesehen hast, ist nicht immer ganz einfach. Es ist anders als mit Freunden und Verwandten.

Für gewöhnlich kann man nur die wenigsten Kunden als wirklich „schwierig“ bezeichnen. Aber du solltest dich darauf einstellen, dass es sie gibt und dass auch du sie haben wirst.

Sie mäkeln an deinen Preisen, zeigen eine Null-Bock-Haltung beim Fotoshooting (das kann z.B. passieren, wenn ein Pärchenshooting eher einseitig gewünscht war ;-)) oder äußern plötzlich Bildbearbeitungsvorstellungen, die so gar nicht zu deinem (natürlich zuvor ausreichend präsentiertem) Stil passen.


Mal eine Geschichte von mir:
Vor einigen Jahren habe ich einen Abiball mit einem Mobilen Fotostudio fotografiert. Die Kunden konnten ihre Fotos anschließend über eine Online Galerie bestellen. Einige Tage nachdem die ersten Bestellungen abgewickelt waren, erhielt ich eine äußerst zornige und fast schon unhöfliche E-Mail einer Mutter.

Sie hatte ein Portrait von ihrem Sohn und einem Klassenkameraden bestellt. Diese beiden jungen Männer konnten unterschiedlicher nicht aussehen: Ihr Sohn hatte eine helle Haut, einige Hautunreinheiten und rote Haare. Der andere hatte dunkelbraune Haare und eine olivfarbene reine Haut, die zudem recht gut gebräunt war.

In der E-Mail beschwerte sich die Mutter nun, dass ihr Sohn extrem blass und ungesund aussähe. Sie sagte mir, dass ich den Hautton an den des anderen jungen Manns angleichen solle. Außerdem verwies sie darauf, wie enttäuscht sie sei und dass sie am liebsten ihr Geld zurück haben wolle.

Beim Lesen musste ich etwas Schmunzeln, weil ich mir schon ausmalte, wie das Bild wohl aussehen würde, wenn ich ihrem Wunsch nachkäme, die Hauttöne anzugleichen. Ich musste ein wenig darüber nachdenken, welche Lösung hier wohl die richtige war.

Wenn es um unzufriedene Kunden geht, sollte man nicht immer nur den negativen Aspekt sehen, sondern auch die Chance: Wenn man es schafft, einen unzufriedenen Kunden in einen zufriedenen zu verwandeln, hat man gewonnen. Denn diese Kunden neigen dazu, im Bekannten- und Freundeskreis zu erzählen, wie zufrieden sie sind und sorgen so oft für Empfehlungen.

Schlussendlich entschied ich mich also dafür, dem jungen Mann eine ausgiebige Retusche zu verpassen. Ich entfernte die Augenringe und Pickel und wärmte den Hautton gerade so sehr auf, dass es noch natürlich aussah. Das Ergebnis schickte ich der Kundin und rief sie an. Ich ließ sie wissen, dass ich ihre Enttäuschung sehr bedauerte und es mir sehr wichtig sei, dass meine Kunden ihre Fotos mögen. Ich wies sie darauf hin, dass eine Hautretusche eigentlich nicht enthalten war, ich sie aber selbstverständlich dennoch vorgenommen habe. Sie bedankte sich mehrmals und klang am Telefon überhaupt nicht mehr zornig.

In Situationen dieser Art muss man in der Lage sein, über den eigenen Schatten zu springen und den eigenen Stolz herunterzuschlucken.
Denn merke dir: Dein Kunde hat Recht. Auch wenn er Unrecht hat. Oder auch: Der Kunde ist König! Du musst dazu bereit und in der Lage sein, auch schwierigen Kunden dieses Gefühl zu geben.

3. Du hast keine Angst vor Bürokratie und Buchhaltung

Ein gaaaanz wichtiges Thema und wohl der Punkt, bei dem den meisten ein riesiges Fragezeichen im Gesicht steht. Muss ich ein Gewerbe anmelden? Wie muss die Buchhaltung aussehen? Wieso will die Handwerkskammer Geld von mir?

Ab dem Zeitpunkt, an dem du Geld mit der Fotografie verdienst, musst du auch die Verantwortung für die korrekte Versteuerung dieses Geldes übernehmen.

Ich kann dich beruhigen: Meist ist es gar nicht so kompliziert wie man anfangs denkt. Natürlich ist jeder Fall individuell, weswegen ich dir hier keine konkreten Ratschläge geben will und kann. Ich kann dir allerdings erzählen, wie ich damals angefangen habe:

Mit 18 habe ich mein Gewerbe unter dem Titel „Fotodesign“ angemeldet. Das Finanzamt hat mir danach einen schicken und sehr langen Bogen mit Fragen geschickt, den ich ausfüllen musste. Da ich lange Zeit Kleinunternehmerin war, musste ich keine Umsatzsteuer berechnen und abführen – das hat es schon mal viel leichter gemacht. Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung, zu der ich mit dem Gewerbe verpflichtet war, habe ich einfach jedes Jahr zusammen mit meiner Einkommensteuererklärung abgegeben. Meine Eingangs- und Ausgangsrechnungen habe ich in einem Aktenordner sortiert. Weil Fotografie ein Handwerksberuf ist, musste ich in die Handwerkskammer eintreten und dort Abgaben zahlen (ich glaube, das waren zu Beginn etwa 130€).

Das sind nur so ein paar Details zu mir und meinem Fall. Ich empfehle dir, dich mit einem Experten (Steuerberater, erfahrener Unternehmer im Bekanntenkreis, etc.) zusammenzusetzen und deine Fragen nacheinander abzuarbeiten. Diese ganzen Regeln und Vorschriften sehen bedrohlicher aus als sie sind und sollten kein Hindernis sein, wenn du es mit der Fotografie wirklich ernst meinst.

4. Du hast genug Motivation und Selbstdisziplin

Gerade wenn du mehr als nur ein paar wenige Euros mit der Fotografie verdienen willst, solltest du viel Zeit und Motivation mitbringen. Wenn du ein richtiges Business mit deiner Fotografie aufbauen willst, ist das nicht immer super easy. Am Anfang fährst du für gewöhnlich zweigleisig: Dein Hauptberuf und die Fotografie. Wenn dazu noch eine Beziehung oder eine Familie kommt, für die du ja auch noch Zeit haben willst, kann es schnell eng werden. Das einzige, was dir durch diese Phasen hilft, ist die richtige Portion Motivation und Selbstdiziplin.

Motivation, um überhaupt am Ball zu bleiben. Es ist schwer ein Business aufzubauen, wenn du nicht dafür brennst. Und wenn du richtig dafür brennst und ein Ziel vor Augen hast, hast du für gewöhnlich auch die richtige Portion Motivation, die das Ding am Laufen hält. Auch wenn irgendeine Stimme dir sagt, dass du besser aufgeben solltest. Und glaube mir: Diese Stimme wird sich melden! Aber keine Sorge. Wenn die Fotografie das ist, wofür dein Herz schlägt, kann dir auch diese Stimme nichts anhaben.

Selbstdisziplin, um deine Zeit richtig und sinnvoll einzuteilen und dich auch daran zu halten! Wie schon zuvor beschrieben, ist die Fotografie bestimmt nicht das einzige, das deine Zeit beansprucht. Ein Zeitplan ist meist unerlässlich und hilft dir, deinen Arbeitsalltag besser zu strukturieren.

Sprich mit deinem Partner / deiner Familie darüber, was du vorhast und wie viel Zeit du dafür in der Woche einplanst. Setze dir selbst Strukturen (z.B. Bildbearbeitungen nur unter der Woche bis 22 Uhr, 30 Minuten lesen über Marketing/Buchhaltung/Business nach dem Aufstehen, Sonntags ist Familientag, etc.) und beuge so unnötigem Stress vor. Außerdem kannst du dich so besser auf die einzelnen Aufgaben konzentrieren.
Mit einem guten Zeitplan und der richtigen Selbstdisziplin kommst du weitaus schneller und stressfreier voran als ohne.


Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Beitrag weiterhelfen konnte!
Lass mich in den Kommentaren wissen, ob dir weitere Voraussetzungen einfallen (falls du schon beruflich fotografierst).
Wenn du noch kein Geld mit der Fotografie verdienst, lass mich wissen, was für dich die größte Hürde ist!

Ich freue mich auf deinen Kommentar!


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