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Wie du als Selbstständige deine Work-Life-Balance verbesserst

Wie du als Selbstständige deine Work-Life-Balance verbesserst

Wie du als Selbstständige deine Work-Life-Balance verbesserst

Wie du als Selbstständige deine Work-Life-Balance verbesserst

 

Vor gut einem Jahr habe ich mich mit meinen Online Business als Grafikern selbstständig gemacht. Seitdem arbeite ich aus dem Home Office und nicht mehr, wie zuvor im Angestelltenverhältnis, in einem großen Büro, umgeben von vielen Kollegen. Mir meine Zeiten frei einteilen zu können, ist eine ungemein schöne Sache – die allerdings auch einige Nachteile mit sich bringt.

Aus einem „Ich kann mir meine Zeit frei einteilen“ wird nämlich auch schnell ein „Ich muss mir meine Zeit frei einteilen (ohne dabei den Verstand zu verlieren)“. In diesem Artikel möchte ich ein paar meiner persönlichen Tipps und Erkenntnisse zum Thema Work-Life-Balance aus dem letzten Jahr mit dir teilen.

 

Work-Life-Balance Erkenntnisse nach 12 Monaten Selbstständigkeit

Ich muss nicht ständig erreichbar sein

Meine Kunden kommen zu 90% aus den vereinigten Staaten. Wenn ich schon einige Stunden in meinem Büro sitze und arbeite, machen viele meiner Kunden gerade erst die Augen auf und starten in ihren Tag. Wenn mein Tag sich langsam dem Ende zuneigt, fängt der meiner Kunden gerade erst richtig an und ich bekomme viele E-Mails und Bestellungen.

Zu Beginn meiner Selbstständigkeit lief es so ab, dass ich es mir abends auf dem Sofa bequem machte, nur um bei jeder eintreffenden E-Mail (die sich lautstark über das Handy bemerkbar machte) wieder an den Computer zu eilen und die Nachricht/Bestellung zu bearbeiten. Feierabend hatte ich eigentlich nie – es gab nur Arbeit und Schlafen.
Ich hatte ein schlechtes Gewissen, wenn ich mit dem Wissen ins Bett ging, dass meine Kunden warteten (sei es auch nur bis zum nächsten Morgen).

Glücklicherweise wurde mir recht schnell klar, dass das kein Dauerzustand werden dürfte. Also fing ich damit an, meine Kunden darüber zu informieren, in welcher Zeitzone ich lebe und es daher auch mal etwas länger dauern könne. Meine E-Mail Benachrichtigungen schaltete ich aus, sobald ich Feierabend machte und aktivierte sie erst wieder, wenn ich am nächsten Morgen ausgeruht wieder in meinem Büro saß. So halte ich es bis heute und mein Stresslevel ist dadurch enorm gesunken.

Dauerhaft erreichbar zu sein ist ein ungemein stressiges Gefühl. Bisher haben meine Kunden alle Verständnis dafür, dass sie auch mal einige Stunden warten müssen.

 

Konzentriertes Arbeiten ohne Ablenkungen zahlt sich aus

Zu Beginn meiner Selbstständigkeit ließ ich mich durch diverse Dinge ablenken – einfach, weil ich es ja selbst war, die die Regeln aufstellte. Warum also nicht zwischendurch mal eine halbe Stunde auf Facebook oder Youtube versinken? Oder etwas Hausarbeit erledigen?
Es spricht zwar nichts dagegen, zwischendurch mal eine Pause einzulegen, aber ich habe gelernt, dass diese Pausen am besten bewusst gelegt werden sollten und nicht, weil es sich gerade irgendwie anbietet.

Mittlerweile habe ich meinen Tag so aufgeteilt, dass ich die erste Pause erst dann einlege, wenn alle E-Mails und Aufträge abgearbeitet sind, die bis zum Morgen eingegangen sind.
Dadurch, dass ich mich nicht ständig neu fokussieren muss, arbeite ich sehr viel effizienter, sodass ich meine Arbeit ordentlicher und schneller erledigen kann. Unter dem Strich steht sehr viel mehr Zeit, die ich entweder für Privates oder zum weiteren Aufbau meines Unternehmens verwenden kann.

 

Mit einem Ziel vor Augen geht alles leichter

Meine Arbeit macht mir wirklich viel Spaß – allerdings gibt es auch bei mir eintönige Arbeitsschritte, die einfach dazu gehören. Wenn ich gerade 10 To Do Punkte abgearbeitet habe und noch immer 10 vor mir habe, kann das manchmal ganz schön nervig sein. Was mir sehr hilft, ist meine Pinnwand, an der ich meine Ziele sehe. Dort hängt z.B. mein Umsatzziel, ein Foto eines tollen Hauses, ein Fotos eines wunderschönen Sandstrands und einiges mehr. Wenn ich die Motivation verliere, kann ich mir so in Erinnerung rufen, warum ich eigentlich meine Arbeit mache. Und schon geht es wieder flüssiger und motivierter voran.

 

Ich muss nicht jeden Auftrag annehmen

Als frisch gebackene Selbstständige ist man meist noch auf jeden Auftrag angewiesen. Als ich finanziell so weit in der Lage war, nicht mehr jeden Auftrag annehmen zu müssen, war das ein unglaublich befreiendes Gefühl. Ich kann mich auf die Arbeit konzentrieren, die mir wirklich Spaß macht und bin generell viel weniger gestresst, als wenn ich jeden Tag an Aufträgen feilen würde, die mir gar keine Freude machen. Das wirkt sich nicht nur auf meine Arbeit sondern auf mein gesamtes Leben aus. Gedanken wie „Ich habe überhaupt keinen Bock, mich morgen ins Büro zu setzen“ gibt es bei mir so gut wie gar nicht mehr  – es sei denn, das Hormonmonster schlägt zu 😉

 

Ich muss nicht alles selber machen

Diese Erfahrung baut eigentlich auf dem letzten Punkt auf. Es gibt Arbeiten, die absolut keine Freude machen, die aber nun mal erledigt werden müssen. Bei mir ist es die Buchhaltung, die ich gleich zu Beginn ausgelagert habe, da ich mir den Stress ersparen wollte. Die eingesparte Zeit, die ich als Buchhaltungslaie monatlich dafür aufbringen müsste, sie selbst zu machen, übersteigt die monatlichen Ausgaben um ein vielfaches. So habe ich wieder einmal mehr Zeit für die Dinge, die mich wirklich voran bringen – oder aber für privates.

 

Bewusste / Feste Auszeiten sind wichtig

Ich bin ein sehr introvertierter Mensch, der lange Zeit allein sein kann. Darum hatte ich anfangs auch absolut keine Angst vor dem Home Office.
Gerade am Anfang tendierte ich aber dazu, viel zu wenig aus dem Haus zu gehen um den Kopf frei zu kriegen. Ich hatte das Gefühl, dass ich keine „gute“ Selbstständige bin, wenn ich nicht ständig arbeitete.

Ab einem gewissen Punkt hat sich das natürlich auf meine Laune und dadurch auch auf meine Arbeitsmotivation ausgewirkt. Heute nehme ich mir, wenn die Auftragslage es zulässt, mal spontan einen Nachmittag frei, ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu haben. Dienstage sind fest für meinen Freund und mich eingeplant (der in der Gastronomie arbeitet und dadurch am Wochenende meist nicht da ist) und helfen mir nach einer vorangegangen stressigen Woche immer wieder auf die Beine.

Bewusste Auszeiten sind absolut wichtig und notwendig für eine gute Work-Life-Balance!

 


Sooo, das waren einige meiner persönlichen Erkenntnisse, Tipps und Änderungen aus den letzten 12 Monaten.

Wie sieht es bei dir aus? Was sind deine Erfahrungen bezüglich einer gesunden Work-Life-Balance? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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Das Zusammenspiel zwischen Belichtungszeit, ISO Wert und Blende

Das Zusammenspiel zwischen Blende, Belichtungszeit und ISO Wert – Fotogrundlagen (Teil 4)

Das Zusammenspiel zwischen Belichtungszeit, ISO Wert und Blende

Das Zusammenspiel zwischen Belichtungszeit, ISO Wert und Blende

Diese Artikelreihe besteht aus 4 Teilen: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4

Ich hoffe, dir raucht noch nicht der Kopf!

Wenn du dich durch die letzten drei Artikel gearbeitet hast und jetzt weißt, wie Belichtungszeit, Blende und ISO Wert dein Bild beeinflussen, ist es jetzt an der Zeit, noch einen Schritt weiter zu gehen.

Um wirklich sicher mit den Einstellungen zu werden und sie auch richtig einsetzen zu können, musst du natürlich wissen, wie sie zusammenspielen. Das werde ich dir in diesem Artikel erklären.

Lies dir diesen Artikel in Ruhe durch, vielleicht auch mehrmals. Und –

SEHR WICHTIG!!!

schnapp dir deine Kamera und fotografiere!

Theoretisches Wissen ist nichts wert, wenn du es nicht praktisch einsetzen kannst. Also nur Mut!

 

Was deine Kamera sieht

In deiner Kamera befindet sich ein Belichtungsmesser.

Dieser Belichtungsmesser remisst, wieviel Licht auf den Kamerasensor fällt.

Befindet sich die Kamera in einer Automatik, passt sie die Werte so an, dass im Durchschnitt der Helligkeitswerte ein mittelgraues Bild entsteht. Für deine Kamera ist die Welt mittelgrau und sie ist erst zufrieden, wenn das Bild mittelgrau ist.

Deinen Belichtungsmesser findest du übrigens im Sucher.

Er sieht so aus:

 

Hier habe ich ein paar Fotos für dich gemacht, die das Ganze noch einmal besser darstellen sollen. Ich habe eine weiße Wand in der Zeitautomatik fotografiert:

 

 

Unter den Fotos siehst du, wie ich den Belichtungsmesser jeweils eingestellt habe. In der Mitte siehst du das, nach der Meinung meiner Kamera, „perfekt“ belichtete Foto. Mittelgrau. So, wie sie es gerne hat. Bei Bild 1 habe ich den Belichtungsmesser um zwei Blendenstufen verringert, bei Bild 3 um zwei Blendenstufen erhöht.

 

In diesem Fall habe ich mit einer Automatik fotografiert.

Es gibt allerdings zwei Möglichkeiten, mit dem Belichtungsmesser zu arbeiten, die ich dir im nächsten Abschnitt beide etwas genauer erläutern möchte.

 

Die Automatiken und der manuelle Modus

Es gibt zwei Möglichkeiten den Belichtungsmesser zu benutzen:

In einer Automatik: Du stellst den Belichtungsmesser ein und die Kamera errechnet die dazu passenden Belichtungswerte.

Im manuellen Modus: Du stellst die Belichtungswerte selbst ein und der Belichtungsmesser zeigt an, wie hell das Foto wird.

Deine Kamera hat neben der Vollautomatik (die du bitte nie wieder benutzt!), 3 weitere Automatiken im Angebot. Im Gegensatz zur Vollautomatik bieten diese dir die Möglichkeit in die Belichtungseinstellungen einzugreifen und somit nichts dem Zufall zu überlassen.


 

Zeitautomatik (AV, A)

Die Zeitautomatik ist mein Favorit unter den Automatiken. Sie erlaubt dir, den Blenden- und ISO Wert sowie den Belichtungsmesser einzustellen. Durch die Einstellung des Belichtungsmessers auf die gewünschte Durchschnittshelligkeit errechnet die Kamera die dazugehörige Belichtungszeit. Bei dieser Automatik ist es wichtig, ein Auge darauf zu haben, dass die Belichtungszeit nicht zu lang wird. Ist die errechnete Zeit der Kamera zu lang, muss der ISO Wert erhöht werden.

Blendenautomatik (TV, T)

Die Blendenautomatik funktioniert ähnlich. In dieser Automatik stellst du allerdings die Belichtungszeit, den ISO Wert und den Belichtungsmesser ein. Die Blende wird automatisch berechnet.

Programmautomatik (P)

In der Programmautomatik stellst du den ISO Wert und den Belichtungsmesser ein. Die Kamera errechnet die passende Blende und Belichtungszeit.

Manuell (M)

Im manuellen Modus stellst du sowohl den ISO Wert, als auch die Belichtungszeit und die Blende selbst ein. Der Belichtungsmesser dient in diesem Modus nicht mehr dazu, der Kamera zu sagen, wie hell dein Bild werden soll. Er errechnet im manuellen Modus aus deinen Einstellungen und dem Lichteinfall bloß wie hell das Bild wird, damit du, wenn gewünscht, eingreifen kannst.

Der manuelle Modus ist die erste Wahl – sofern man damit umgehen kann. Bei gleichbleibenden Lichtverhältnissen macht es sich besonders in der späteren Bearbeitung der Bilder bezahlt.

In den Automatiken kann es immer mal zu leichten Helligkeitsschwankungen kommen. Im manuellen Modus kommt es sehr viel seltener vor.

 

Belichtungsmessmethoden

Der Belichtungsmesser hat 4 verschiedene Methoden, mit denen er Licht messen kann. Welche Methode die beste ist, entscheidet immer die Situation.


 

Spotmessung

Bei der Spotmessung wird das reflektierte Licht eines kleinen Motivdetails gemessen. Das bietet sich besonders in Situationen an, die viele Kontraste liefern. Auf Hochzeiten kannst du beispielsweise das Brautkleid messen und so dafür sorgen, dass es wirklich weiß aussieht und nicht grau. Die Messung erfolgt je nach Kamera entweder in der Bildmitte oder auf dem eingestellten Fokuspunkt

Selektivmessung

Die Selektivmessung ist mit der Spotmessung zu vergleichen. Die Größe des gemessenen Bereichs ist hierbei allerdings etwa 4 Mal so groß und fließt auch nur zu etwa 75% in die Gesamtmessung ein. Die Messung der Umgebung dieses Punktes, macht etwa 25% der Gesamtmessung aus. Die besten Ergebnisse liefert die Selektivmessung, wenn dein Foto keine allzu großen Kontraste aufweist.

Mittenbetont

Bei der Mittenbetonten Messung wird mit einem noch größeren Feld als bei der Spot- und Selektivmessung gemessen – es nimmt etwa die Hälfte des Bildes ein. Es ist wichtig zu beachten, dass der Belichtungsmesser die Mitte dieses Feldes mehr in die Messung einfließen lässt als die Ränder. Die Gewichtung nimmt von innen nach außen verlaufsartig ab. Diese Messmethode verwende ich kaum, da sie meiner Meinung nach in keiner Situation herausragend gute Ergebnisse liefert.

Mehrfeldmessung 

Bei dieser Messung wird das Bild in viele verschiedene Zonen unterteilt. Bei der modernen Mehrfeldmessung werden die gemessenen Werte dieser Zonen mit vom Hersteller abgespeicherten Szenarien verglichen. Dabei werden, anders als bei den anderen Methoden, zusätzlich die Farben und der Abstand zum fotografierten Objekt berücksichtigt. Gibt es eine Übereinstimmung (z.B. Person im Gegenlicht) versucht die Kamera, die Messung entsprechend anzupassen.

Man hat zwar keine genaue Kontrolle über die Mehrfeldmessung, doch mit etwas Übung liefert sie in der Regel sehr gute Ergebnisse.

 

Neben der Spotmessung ist die Mehrfeldmessung definitiv mein Favorit.

 

Die Blendenstufe 

Stell dir vor, du bist mit einer guten Freundin im Park. Du hast ihr von deiner neuen Leidenschaft für die Fotografie erzählt und sie gefragt, ob sie nicht Lust auf ein paar Portraitaufnahmen hätte.

Alles ist perfekt: Das Licht, das Wetter und du hast richtig Lust auf tolle Fotos.

Du befindest dich im manuellen Modus deiner Kamera.

Nach ein bisschen Herumprobieren liefern dir deine Einstellungen ein perfekt belichtetes Foto – nicht zu hell, nicht zu dunkel.

Aber irgendwie bist du dennoch nicht zufrieden.

Der Hintergrund könnte für deinen Geschmack doch etwas unschärfer sein. Du weißt, dass du dies über die Blende einstellst und wählst nun statt einer Blende von 4.0 eine Blende von 2.8.

Ein Testfoto später stellst du fest, dass dein Bild viel zu hell ist.

Schon wieder an den Einstellungen herumwerkeln? Och nö!

Keine Sorge! Es gibt eine bessere Lösung – und die nennt sich Blendenstufe! 

Schauen wir uns einmal die „sagenumwobene“ Blendenreihe an. Vielleicht kommt sie dir noch aus dem Kapitel über den Blendenwert bekannt vor.

 

1 | 1.4 | 2 | 2.8 | 4 | 5.6 | 8 | 11 | 16 | 22 

 

Auf den ersten Blick sehr kompliziert, ist die Blendenreihe aber sehr sehr hilfreich. Sie ist so angelegt, dass sich die Lichtmenge, die bei der Aufnahme auf den Kamerasensor fällt, mit jedem Blendenschritt halbiert oder verdoppelt. In unserem Fall bedeutet das Folgendes: Zwischen der Blende 4.0 und 2.8 liegt ein Blendenschritt. Das Bild ist durch die veränderte Einstellung doppelt so hell geworden.

 

Das praktische ist, dass sich die Blendenschritte auch auf den ISO Wert und die Belichtungszeit übertragen lassen:

Verdoppelt man die Belichtungszeit beispielsweise von 1/100 Sekunde auf 1/50 Sekunde, gelangt doppelt soviel Licht auf den Sensor.

Verkürzt man die Belichtungszeit beispielsweise von 1/50 Sekunde auf 1/100 Sekunde, gelangt nur noch halb soviel Licht auf den Sensor.

Verdoppelst du den ISO-Wert von 100 auf 200, wird das Bild doppelt so hell. Es gelangt zwar nicht mehr Licht auf den Sensor, der Sensor reagiert aber empfindlicher und lässt das Bild heller werden.

Halbierst du den ISO-Wert von 1600 auf 800, wird das Bild nur noch halb so hell.

 

Gezielt Blende, ISO und Belichtungszeit anpassen 

Um die Belichtung in unserem Beispiel zu korrigieren, müssen wir das Bild nun um einen Blendenschritt abdunkeln.

Du kannst also:

 

– Den ISO-Wert halbieren (z.B. von ISO 200 auf ISO 100)

– Die Belichtungszeit halbieren (z.B. von 1/100 auf 1/200)

– Eine Blendenstufe zurück gehen (also wieder von von 2.8 auf 4.0 – was aber in diesem Fall nicht gewünscht ist)

 

Diese „Sprünge“ entsprechen einer Blendenstufe.

Es gibt allerdings nicht nur ganze Blendenstufen.

Wenn du dir den Belichtungsmesser ansiehst, kannst du zwischen den ganzen Stufen noch zwei weitere Punkte. Das sind die Drittel-Blendenschritte.

Denn zwischen Blende 5.6 und 8 liegen in der Regel noch 6.3 und 7.1.

Zwischen 1/50 Sekunde und 1/100 Sekunde liegen noch 1/60 Sekunde und 1/80 Sekunde.

Und zwischen ISO 200 und ISO 400 liegen bei vielen Kameras (leider nicht bei allen) noch ISO 250 und ISO 320.

Du hast also immer noch Zwischenstufen, auf die du zurückgreifen kannst.

 

Schlusswort

Glückwunsch! Du hast dich durch die Grundlagen der Fotografie

gelesen und bist nun bestens vorbereitet um schon bald wunderbare Fotos zu machen, auf die du mächtig stolz sein kannst!

Natürlich geschieht nichts über Nacht. Es ist ganz normal, wenn du dir nicht alle Zusammenhänge auf Anhieb merken und auf deine Einstellungen übertragen kannst. Übung macht den Meister!
Und solltest du Fragen haben, schreib mir gerne eine Nachricht 🙂

 

Fotografieren Lernen | Der ISO Wert

Der ISO Wert – Fotogrundlagen (Teil 3)

Fotografieren Lernen | Der ISO Wert

Fotografieren Lernen | Der ISO Wert


Diese Artikelreihe besteht aus 4 Teilen: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4

Im letzten Beitrag haben wir uns mit der Blende beschäftigt. Heute geht es mit dem Blendenwert weiter.

 

Was ist der ISO Wert?

Der ISO-Wert beschreibt die Lichtempfindlichkeit des Kamerasensors. Je höher der ISO Wert, desto heller werden deine Bilder. Mit steigendem ISO Wert beginnt das Bild zu „rauschen“. Das bedeutet, dass die Farben eines Bereiches unruhig aussehen und nicht so schön ebenmäßig, wie bei einem geringeren ISO Wert. Bildrauschen sieht man besonders in den dunklen Teilen eines Bildes. Wie extrem das Rauschen bei einem bestimmten ISO Wert ausfällt, hängt von der Kamera und ihrem Sensor ab. Ein Vollformatsensor ist generell rauschärmer als ein APS-C oder DX Sensor.

Um dir zu zeigen, wie dieses Bildrauschen aussieht, habe ich zwei Testbilder für dich gemacht. Ein Wert von 25600 kommt äußerst selten zum Einsatz und ist sehr extrem, aber zur Verdeutlichung des Rauschens eignet er sich natürlich hervorragend.

ISO Wert | Rauschen

 

Der ISO-Wert wird in der Regel so gering wie möglich gehalten und erst erhöht, wenn die Belichtungszeit oder der Blendenwert nicht mehr verändert werden kann/soll.

 

Beispiel: 

Es wird in einem recht dunklen Raum fotografiert. Der Fotograf wählt eine Belichtungszeit von 1/60 Sekunde, da er bei einer längeren Zeit mit Bildverwacklungen rechnet. Außerdem wählt er einen Blendenwert von f/4.0, da er sonst befürchet, eine zu geringe Tiefenschärfe zu haben.

Er entscheidet sich für einen ISO-Wert von 800.

Beim Betrachten des Bildes sieht er, dass das Bild zu dunkel ist. Also stellt er den ISO-Wert höher. Denn: Würde er die Belichtungszeit erhöhen (z.B. auf 1/30 Sekunde), würde das Bild verwackeln. Würde er den Blendenwert geringer stellen (z.B. f/1.4), hätte er einen zu geringe Tiefenschärfe. Daher bleibt ihm nur der ISO-Wert.

Wie du siehst, ist der ISO Wert ein treuer Freund, der dir hilft, deine Bildhelligkeit zu verändern, wenn du Blende und Verschlusszeit aus bildgestalterischen Gründen nicht verändern willst oder kannst.

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Die Blende – Fotogrundlagen (Teil 2)

Die Blende | Fotografie Tutorial


Diese Artikelreihe besteht aus 4 Teilen: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4

Im letzten Beitrag haben wir uns mit der Belichtungszeit beschäftigt. Heute geht es mit dem Blendenwert weiter.

 

Was ist die Blende und was hat sie mit deinem Objektiv zu tun?

Die Blende ist das Loch in deinem Objektiv, durch welches das Licht auf den Sensor deiner Kamera fällt. Durch die Wahl des Blendenwertes in den Kameraeinstellungen lässt sich regulieren, wie weit dieses Loch beim Auslösen geöffnet ist. Hierbei gilt: Je kleiner der Blendenwert, desto größer die Blendenöffnung.

Wie klein der Blendenwert eingestellt werden kann, hängt von deinem Objektiv ab.

Welcher der kleinstmögliche Wert deines Objektivs ist, lässt sich leicht herausfinden: Schau dir dein Objektiv an und suche nach einem kleinen „f“. Der Wert, der daneben gekennzeichnet ist, ist der kleinstmögliche, den du in deiner Kamera einstellen kannst.

Eventuell findest du auch eine Bezeichnung wie f 3.5 – 5.6. Das kommt bei einigen Zoomobjektiven vor und bedeutet Folgendes:
Je nachdem, auf welcher Brennweite dein Objektiv eingestellt ist, ändert sich die kleinstmögliche Blende. Bei einem 18-55mm f 3.5 – 5.6 Objektiv beträgt der geringste Blendenwert bei 18mm Brennweite 3.5, bei 55mm Brennweite allerdings 5.6.

 

Die Auswirkungen der Blende auf das Foto

Die Werte sind anfangs etwas verwirrend, da ein kleiner Wert (z.B. 2.0) für eine größere Öffnung und ein größerer Wert (z.B. 5.6) für eine kleinere Öffnung steht. Logischerweise wird das Bild bei einem kleineren Blendenwert (größere Blendenöffnung) heller, da mehr Licht auf den Sensor fallen kann.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass bei einem größeren Blendenwert (kleinere Blendenöffnung) ein dunkleres Bild entsteht.

Hier habe ich ein Beispielbild für dich, um es zu verdeutlichen. Bei Bild 2 habe ich einen höheren Blendenwert gewählt, als bei Bild 1. Dadurch ist Bild 2 etwas zu dunkel geworden. Um das zu kompensieren, habe ich in Bild 3 einen höheren ISO Wert gewählt.

 

 

Die Helligkeit ist allerdings nicht das einzige, das sich verändert, wenn man den Blendenwert verändert. Auch die Tiefenschärfe wird beeinflusst:

 

 

Es fällt auf, dass der Vor- und Hintergrund beim Vergrößern des Blendenwertes erheblich schärfer wird. Durch diesen Effekt entstehen zahlreiche Bildgestaltungsmöglichkeiten.

Versuche es einfach mal selbst!

Die Belichtungszeit – Fotogrundlagen (Teil 1)


Diese Artikelreihe besteht aus 4 Teilen: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4

Die Belichtungszeit gehört neben dem ISO Wert und der Blendeneinstellung zu den ersten Dingen, die du lernen solltest, um schon bald richtig gute Fotos machen zu können. In diesem Beitrag erkläre ich dir, wie die Belichtungszeit (oder auch Verschlusszeit genannt) funktioniert und wie du sie zur Bildgestaltung einsetzt. Bereit? Auf geht’s!

 

Was ist die Belichtungszeit?

Die Belichtungszeit gibt an, wie lange die „Kameraöffnung“, – der Verschluss, geöffnet ist. Beträgt die Belichtungszeit beispielsweise 1 Sekunde, hat das Licht 1 Sekunde lang Zeit, auf den Kamerasensor zu fallen.

 

Wie die Belichtungszeit dein Bild beeinflusst

Optischer Einfluss
1 Sekunde ist in der Fotografie eine sehr lange Zeit:
Eine lange Belichtungszeit bringt einen großen Nachteil mit sich: Bilder von Motiven, die nicht stillstehen, werden unscharf und verwackelt. Auch bei zittrigen Händen ist eine lange Belichtungszeit von Nachteil.


Auf den Beispielbildern habe ich die Kette hin und her geschwungen.
Beim ersten Bild habe ich eine recht lange Verschlusszeit (1/15 Sek) eingestellt. Das Motiv ist durch die Bewegung verschwommen.
Beim zweiten Bild habe ich eine kurze Verschlusszeit (1/320 Sek) eingestellt.
Das Motiv wirkt wie eingefroren.

 

Einfluss auf die Helligkeit

Ist die Verschlusszeit kürzer, wird dein Bild dunkler. Ist sie länger, wird das Bild heller. Um diese Helligkeitsunterschiede zu kompensieren, ist es nötig den ISO-Wert oder den Blendenwert anzupassen (dazu später mehr).

 

Welche Belichtungszeit ist die richtige?

Welche Belichtungszeit die richtige ist, hängt davon ab, welches Motiv du fotografierst, welches Objektiv du verwendest und ob ein Stativ zum Einsatz kommt. Natürlich habe ich ein paar Grundregeln für dich, an denen du dich orientieren kannst. Mit diesen Regeln und etwas Übung wirst du schnell zum Verschlusszeit-Ninja!

Wie ich dir ja schon eher im Text erklärt habe, ist es kaum möglich, die Kamera in der Hand völlig bewegungslos zu halten. Die dadurch entstehenden Verwacklungen müssen kompensiert werden.

Hierbei musst du auf die Brennweite deines Objektivs achten. Je höher die Brennweite, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass das Bild durch die Hand verwackelt.

Ich empfehle dir dich bei der Wahl der Verschlusszeit an deinem Brennweitenwert zu orientieren. Fotografierst du z.B. mit einer Brennweite von 50mm, sollte deine Verschlusszeit nicht länger sein als 1/50 Sekunde, bei einer Brennweite von 200mm nicht unter 1/200 Sekunde.

 

 

Diese Bilder habe ich mit einem 85mm Objektiv aus der Hand geschossen. Wie du siehst, ist das Bild bei 1/50 Sekunde leicht verschwommen, während es bei 1/100 Sekunde scharf ist. Sobald du ein Stativ hast, ist es fast egal, wie lang deine Verschlusszeit gewählt ist, da die „Handverwacklungen“ nicht mehr entstehen können. Zu guter letzt kommt es aber auch noch auf das Motiv an: Je schneller sich dein Motiv bewegt, desto kürzer muss die Verschlusszeit sein.

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